10 Goldene Regeln zur Gipsverarbeitung

1. Arbeitsvorbereitung

Die Sauberkeit der Werkzeuge ist erste Regel eines guten Labors. Was bei Gold und Nichtedelmetall die Regel ist, sollte genauso auch bei der Arbeit mit Gips beachtet werden. Sowohl Becher als auch Rührspatel müssen frei von Gipsresten sein und besonders nach der Reinigung mit Gipslösern o.ä. gut mit klarem Wasser abgespült werden. Denn jegliche Form von Reststoffen am Werkzeug kann zu falschen Ergebnissen führen. Die vom Hersteller vorgegebenen Mischungsverhältnisse sind so präzise wie möglich einzuhalten. Abwiegen und Abmessen von Gips und Wasser gewährleisten die Reproduzierbarkeit. 

2. Lagern

Die bestmögliche Lagerung von ungeöffneten Dentalgipsen ist in feuchtigkeitsdichten Behältern in trockenen Räumen bei etwa 23°C und ca. 50% Luftfeuchtigkeit. Bei Lagerung in ungeeigneten Räumen verkürzt sich die Lagerfähigkeit deutlich, da zu hohe oder niedrige Temperatur oder zu hohe Luftfeuchtigkeit den Gips irreparabel schädigt. Wenn die Verpackung geöffnet ist, sollte diese nach jeder Materialentnahme wieder verschlossen werden, um die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit zu minimieren. Keinesfalls darf Wasser in den Gipsbehälter gelangen, da durch die daraus folgende Reaktion die gesamte Charge unbrauchbar werden kann. 

3. Wasser

Die größte Präzision der Ergebnisse wird mit destilliertem Wasser erzielt. Doch auch das Anrühren mit normalem Leitungswasser kann die gewünschten Ergebnisse bringen. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass das Wasser Raumtemperatur hat. 

4. Dosieren

Gipspulver und Wasser müssen für jeden Mischvorgang präzise abgemessen oder abgewogen werden. Wobei zu beachten ist, dass das Abmessen des Wassers nur bei Raumtemperatur präzise ist (1ml=1g). Kaltes Wasser hat ein geringeres Volumen und es kann zu Fehldosierungen über dem gewünschten Mischungsverhältnis kommen. Ebenso kann zu warmes Wasser, mit seinem höheren Volumen zu Fehldosierungen unter dem gewünschten Mischungsverhältnis führen. 

5. Sumpfen / Vormischen

Das Gipspulver wird zügig aber locker in das Wasser eingestreut. Wenn dies zu schnell geschieht, wird zu viel Luft gebunden und es kann zu sog. Gipsknollen kommen. Nach einer Sumpfzeit von 20–30 Sekunden wird der Gipsbrei mit lockeren Rührbewegungen vermengt und vorgemischt. 

6. Rühren

Hierbei gibt es die Möglichkeiten des manuellen und des maschinellen Rührens.
Das Mischen per Hand muss 60 Sekunden (bei Abdruckgipsen und Artikulationsgipsen 30 Sekunden) dauern. Ausgegangen wird dabei von 2–3 Umdrehungen pro Sekunde.
Per Maschine unter Vakuum wird das Gips-Wasser-Gemisch kurz von Hand vorgespatelt und dann in das Gerät eingesetzt. Hier sollte die Rührzeit ca. 30 Sekunden dauern.
Hierbei ist zu beachten, dass nachträgliches Beimischen von Gipspulver oder Wasser die Ergebnisse dramatisch verfälschen kann. Sollte der Gipsbrei zu dick oder dünnflüssig sein, sollte dieser entsorgt und ein neue Mischung angesetzt werden. Dies erspart späteren Ärger mit zu weichen oder unpräzisen Modellen. 

7. Ausgiessen

Das Ausgießen der Modelle sollte sofort nach Ende des Mischens erfolgen. Denn der bereits einsetzende Abbindeprozess kann bereits in einem fortgeschrittenem Stadium wichtige Details der Abformung nicht 100% wiedergeben. Der Einsatz eines Rüttlers ist durchaus zu empfehlen um Blasenbildung zu vermeiden und den Gipsbrei an jeden noch so kleinen Winkel des Abdrucks zu bringen. Das Verlängern der Verarbeitungszeit durch Rütteln ist jedoch zu vermeiden, da hierdurch die Kristallstruktur des Gipses geschädigt und dessen Härte vermindert wird. 

8. Modellieren

Nach dem Einrütteln und Schichten des Gipsbreis, kann das Modell nachmodelliert werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Nachbearbeitung bis zur Hälfte der Abbindezeit gehen sollte. Zu erkennen ist der Beginn der Modellierphase, dass der Brei nur noch matt glänzt und in eine teigige Konsistenz wechselt. Auf jeden Fall sollte keine Nachbearbeitung mehr erfolgen, wenn der Brei seinen Restglanz verliert. 

9. Ausformen

Nach ca. 30–45 Minuten ist der Abdruck soweit abgebunden, dass er ausgeformt werden kann. Dies ist erkennbar am Rückgang der Abbindewärme. Danach sollte der Abdruck weitere 120 Minuten ruhen, um die akzeptable Härte und stabile Expansionswerte zu erreichen. Ideal ist eine Ruhezeit von 24 Std. nach diesem Zeitraum ist die Reaktion weitestgehend abgeschlossen, wobei diese noch bis zu 7 Tage lang – nur minimal – weiter fortschreitet. 

10. Trimmen

Das Nachbehandeln des Modells d.h. Schleifen, Sägen und Abdampfen sind Vorgänge, die unter Zuhilfenahme von Wasser geschehen. Dieser neuerliche Kontakt des Modells mit Wasser kann die Expansion geringfügig steigern. Auch das Erhitzen (Ausbrühen) hat eine thermische Expansion zu Folge, was durchaus zu Ungenauigkeiten führen kann. Diese Expansion ist allerdings weitgehend reversibel. Zu beachten ist, dass das Modell vor dem Ausbrühen kurz gewässert werden sollte.

 


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Wiegelmann Dental GmbH
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